Neues aus der AGUS Gruppe

Wallmerod: „Du bist gegangen – die Liebe bleibt“
Gedenkfeier für Suizidverstorbene in der evangelischen Kirche

Wallmerod. – Unter dem Motto „Du bist gegangen – die Liebe bleibt“ fand am vergangenen Freitag eine besondere Gedenkfeier für Menschen statt, die durch Suizid aus dem Leben gegangen sind. Eingeladen hatte die AGUS-Selbsthilfegruppe „Trauer nach Suizid“, die seit fünf Jahren im Westerwald, Angehörigen und Freunden von Verstorbenen einen Raum des Austauschs bietet.

Die kleine Kirche war fast vollständig gefüllt. Durch die Feier führten Pfarrerin Frau Heike Meissner und Pastoralreferentin Frau Marina Jung, die durch ihre einfühlsamen Worte vielen Besuchern spürbaren Trost schenkten.  

Frau Monika Beck-Kuhlmann, Leiterin der Trauergruppe, begrüßte die Besucher und erklärte, warum diese Feier wichtig sei: „Wir wollen auf das Thema aufmerksam machen und den Verstorbenen einen Platz im Gedenken geben.“ Anlass war auch der Welttag der Suizidprävention am 10. September.

Im Mittelpunkt stand das Verlesen der Namen der Verstorbenen. Für eine besonders einfühlsame Stimmung sorgten die musikalischen Beiträge von Larry Blattermann und Aaron Meinel. Jeder Besucher erhielt außerdem ein kleines Holzherz, das bemalt und mit einem Namen beschriftet werden konnte. Diese Herzen wurden an ein Wandbild gehängt, das den Lebensbaum symbolisiert. Zum Ende der Feier durften sie wieder mit nach Hause genommen werden – als bleibendes Zeichen der Erinnerung.

Auch Vertreter der Notfallseelsorge nahmen an der Veranstaltung teil. Nach dem Gottesdienst bestand im Gemeindehaus die Möglichkeit zu Begegnung und Austausch.

Das Fazit vieler Besucher: Diese Gedenkfeier sollte künftig jedes Jahr stattfinden. Denn neben dem Trost für Angehörige gehe es auch darum, das Bewusstsein zu schärfen. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 10.000 Menschen durch Suizid, im Westerwald sind es etwa 30.

Wir laden ein zur Gedenkfeier!

 

 

Auch in diesem Jahr wieder am 10.September:

 

 

10. September Welttag der Suizidprävention!

 

 

Wir sind dabei!

Am Freitag den 16. Juni 2023 sind wir mit einem Stand auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Bad Ems dabei.

In Rheinland-Pfalz gibt es über 3.000 aktive Selbsthilfegruppen, in denen sich Menschen freiwillig zusammenschließen, die eine gleiche Erkrankung oder ein gleiches Problem haben. Wir sind eine davon: „Trauer nach Suizid“. Auf dem Rheinland-Pfalz-Tag (Freitag) können Sie mit uns in Kontakt kommen und sich umfassend informieren. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

Nachdenkliches

Brief einer Suizidhinterbliebenen

Mein Freund,

mein Leben hat sich verändert.  Du hast es verändert mit deinem Tod, mit deinem Suizid. Ich mag nicht schweigen, dass solch ein Tod alles verändert, wie viel Leid er bringt und was für eine Verzweiflung vor dieser Tat in dir geherrscht haben muss.

All das kann ich nicht mehr ändern, ich muss mit diesem Schmerz leben. Die Frage Warum? stell ich nicht mehr, ok, nicht mehr so oft. Kann es denn darauf je die richtige Antwort geben? Vielleicht ist die Antwort darauf, dass ich nicht mehr schweigen kann und gegen das Vergessen kämpfe. Nicht für dich, nicht für mich, aber vielleicht für andere verzweifelte Menschen in Not.

"Gegen die Mauer des Schweigens" so heißt die AGUS-Wanderausstellung, die zurzeit bei uns zu sehen ist.

Und glaub mir: Die Mauer ist so dick! Die Angst der Menschen so groß sich mit diesem Thema "Suizid" zu beschäftigen.  Die Vorstellung, man ruft das Leid herbei, wenn man darüber spricht, hat etwas von Aberglauben. 

Das Leid ist da...ob man nun spricht oder nicht. Wenn man Augen und Ohren schließt kann man nichts hören und sehen. Aber das Leid ist immer noch da! Und die betroffenen Menschen sind immer noch allein.

Man könnte aber auch lernen hinzusehen, sich zu informieren und dann einfach da zu sein, wenn man gebraucht wird.

Sicher, das ist nicht leicht und nicht jeder kann und möchte das. Aber was ist mit den sogenannten "Hauptamtlichen", mit Menschen die politisch, im kirchlichen oder beruflichen Umfeld für die Gesellschaft Verantwortung tragen?

Ist die Mauer des Schweigens wirklich so dick?

Ich stehe für: "Gegen das Vergessen" und „Gegen die Mauer des Schweigens“ …

…und für „DICH“!

In Liebe …eine Betroffene.

 

 

AGUS-Wanderausstellung zu Gast in Westerburg

Alle 57 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben. Daher ist es wahrscheinlicher einen nahestehenden Menschen durch einen Suizid zu verlieren als durch einen Verkehrsunfall, illegale Drogen oder durch ein Gewaltverbrechen. In Summe suizidieren sich über 9.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland. Wir sprechen hier von der Größenordnung einer Kleinstadt die mehr Einwohner hat wie Westerburg oder Hachenburg.

Doch was passiert mit den Angehörigen? Mit der Familie, Freunden oder auch Arbeitskollegen? Mit genau dieser Frage beschäftigt sich der AGUS (Angehörige um Suizid) e.V. bereits seit 1989. Anlässlich des Welttages der Suizidprävention am 10. September organisierte die AGUS-Gruppe Montabaur/Westerwald im Pfarrer- Ninck- Haus (Westerburg) vom 10.09. bis 16.09.2022 die Ausstellung „Keine Trauer wie jede andere - Gegen die Mauer des Schweigens“. Zahlreiche Besucher, unter Ihnen auch Schulklassen des Konrad-Adenauer-Gymnasiums, informierten sich in dem Ausstellungrundgang über die Hintergründe von Suizid. Unter anderem durch statistische Auswertungen sowie auch unmittelbare Betroffenenberichte. Verdeutlicht wurde die Häufigkeit eines Suizids im Umfeld durch die Verteilung von insgesamt 20 dunklen Steinen im Verlauf der Ausstellung sowie 400 kleine weiße Steine. Diese standen für die 20 im Westerwald jährlich stattfindenden Suizide, sowie die bis zu 400 betroffenen Personen.

Der Höhepunkt der Ausstellung war der am Mittwochabend stattfindende Dokumentarfilm „Bruder Jakob, schläfst du noch?“, der die Verarbeitung von vier Brüdern begleitet, die ihren Bruder, Jakob, durch einen für sie überraschenden Suizid verloren haben.

Wir, die AGUS Trauergruppe Westerwald, bedankt sich herzlich bei den zahlreichen Besuchern der Ausstellung. Es hat einmal mehr die Relevanz des Themas aufgezeigt und vor allem, dass niemand damit alleine sein muss – „Gegen die Mauer des Schweigens“.
Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den Ethiklehrer/innen des Konrad-Adenauer Gymnasiums, die große Offenheit und Engagement gezeigt haben, das Thema auch Jugendlichen zugänglich zu machen sowie der evangelischen Kirchengemeinde Westerburg, die uns die Räumlichkeiten im Pfarrer-Ninck-Haus zur Verfügung gestellt hat.  

 

 

Ab dem 10. September 2022 ist die AGUS-Wanderausstellung "Suizid-KEINE TRAUER WIE JEDE ANDERE-Gegen die Mauer des Schweigens", in Westerburg zu Gast

Genauere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Wenn Sie mit einer Gruppe die Ausstellung besuchen möchten, vereinbaren Sie bitte einen Termin.

Wir freuen uns über Ihr Interesse

 

 

Welt-Suizid-Präventionstag

Zum Welt-Suizid-Präventionstag am 10. September 2022 planen wir die AGUS-Wanderausstellung „Suizid – keine Trauer wie jede andere. Gegen die Mauer des Schweigens“ zu uns in den Westerwald zu holen!

 

Stand der Coronabekämpfungsverordnung

Wir können uns in Präsens treffen!

Für die Zusammenkünfte von Selbsthilfegruppen gilt weiterhin die 3 G-Regelung.

 

Nun hat auch unsere AGUS-Traurgruppe eine Homepage!

Hier findet ihr Neuigkeiten oder Änderungen die unsere Gruppe betreffen!